


Geboren wurde ich 1953 in Freiburg i. Breisgau. Als Kind war ich bei der Verwandtschaft gern gelitten, da ich mich stundenlang mit dem Anmalen von Bilderbüchern beschäftigen konnte. Ein überlassener Katechismus, bestückt mit wunderbaren Zeichnungen war Material für einige Jahre zum Ausmalen. Dies brachte mir leider nur die Freude an den Farben näher, führte jedoch nicht zu dem Ziel, eigene im Kopf entstandene Motive auf ein Blatt Papier zu bannen. Dies ist all die Jahre hindurch mein Manko geblieben. Immer brauchte ich eine Vorlage und sei sie noch so klein, um ein ansehliches Ergebnis meiner Malerei zu bekommen.
Nach meiner Heirat und während der Zeit, als unsere Kinder noch jünger waren, hatte ich wenig Zeit zum Malen. Da galt meine Leidenschaft dem Handarbeiten. Gleich, ob es sich um gestrickte, gehäkelte und genähte Kleidung handelte, oder um gestickte Decken und genähte Spitzen, hier hatte ich den Erfolg meiner Kreativität. Doch ganz tief in mir, schlummerte immer noch die Herausforderung der Malerei. Als ich dann ein Buch fand, in dem genau beschrieben wurde, wie die jahrhunderte alten Ikonen gemalt wurden, mußte ich das einfach probieren. Und so begann ich Holzplatten mit gekochtem Leim und beigefügtem Kalk zu grundieren und mit selbstangerührter Eitempera nach Vorgabe des Buches zu bemalen. Dazu gehörte auch das Vergolden mit Blattgold. Da aber Ikonen nur mit religiösem Sinnen und in gläubiger Haltung echte Ikonen werden können, gab ich dieses Hobby nach einer persönlichen Glaubenskrise auf.
Als ich 1994 an Fibromyalgie erkrankte und deshalb häufig zu Hause saß, setzte ich das Vorhaben endlich real um. Ich kaufte mir Malpapier, Ölfarben und einige Bücher über das Malen mit Ölfarben und begann die ersten Versuche nach der Buchvorlage. Ich war begeistert! Endlich hatte ich mein Metier gefunden.
Zuerst machte ich mich daran, Bilder, die bei uns als gerahmte Kunstkalenderbilder an der Wand hingen, durch "Ölbilder"zu ersetzen. Dann malte ich Wunschbilder aus einem Kunstbuch ab und als ich meinte, für eigene Projekte geschult zu sein, merkte ich, daß ich wieder vor dem alten Problem stand, daß ich meine Ideen nur unzureichend umsetzen konnte. Den Besuch eines Malkurses konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht absolvieren und so blieb mir nichts anderes übrig, als mich weiterhin autodidaktisch weiter zu bilden.
Als ich vor einem Jahr den Zugang zum Internet hatte, besuchte ich ziemlich viele Museen und Künstler, etwas was mir im realen Leben nie möglich gewesen wäre. Außerdem hatte ich dabei alle möglichen Stilrichtungen kennengelernt und konnte mir Anregungen holen. Von einigen Künstlern bekam ich außer Lob und Anerkennung auch die Erlaubnis einige ihrer Werke zum Vorbild zu nehmen. Nicht zuletzt, weil ich merken konnte, daß auch Künstler schwache und starke Kunstwerke zustande brachten, wuchs mein Mut mich wieder neu an die Malerei zu wagen.
Bei aller Mühe, die ich mir auch in Bezug auf abstrakte Kunst gemacht habe, so stelle ich bei mir fest, daß ich es mag, wenn man den gemalten Gegenstand noch erkennt. Es muß ja nicht unbedingt der totale Realismus sein, den man mit der heutigen Foto und Filmqualität erreicht. So sind einige meiner Bilder aus einfachen Farbflecken entstanden, die letztlich häuftig eine Gesicht ergaben, ohne daß das in meiner wirklichen Absicht lag. Dabei stimmen natürlich die Proportionen und Perspektiven überhaupt nicht. Wohin mich die Malerei noch führen wird, ist auch für mich äußerst spannend. Öl-, Acryl-, Aquarellarbeiten, sowie Zeichnungen habe ich probiert. Eine weitere Herausforderung sind Arbeiten mit Pastellkreiden, die ich jetzt im November 2000 begonnen habe. Erst wenn ich alles probiert haben werde, werde ich mich vielleicht auf die Methode festlegen, die meiner Kreativität am Nützlichsten erscheint.
Ich habe alle meine Bilder, auch die Mißratenen hier ausgestellt, um anderen Maleranfängern Mut zu machen. Außerdem sieht mancher "Mißerfolg" gerahmt sogar gut aus! Leider sind dir Fotos mitunter von schlechter Qualität, was aber mit der Zeit geändert werden soll.
November 2000, Gabriele Berg